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Und bis wir uns wiedersehen, möge Gott seine schützende Hand über euch halten!

Lange habe ich nicht mehr über Tansania und die Mwanga School for the Deaf (Gehörlosenschule Mwanga) geschrieben. In letzter Zeit wurde eher vom Jubiläum in Keren und der Solaranlage berichtet, ich selbst habe leider nicht die Ruhe dazu gehabt. Doch sowohl hier als auch in Tansania bringt die Zeit Veränderungen mit sich: In Tansania wurde ein neuer Präsident gewählt – sein Name: Magufuli. Präsident Magufuli hat nun das Schulgeld abschaffen lassen. Das bedeutet einerseits, dass kein Schüler mehr für den Besuch der Schule Geld zahlen muss, aber andererseits hat jede Schule jetzt weniger Einnahmen – auch die Gehörlosenschule in Mwanga. Und nicht nur an der Spitze des Staates gibt es einen Wechsel, sondern auch an der Mwanga School for the Deaf: Schulleiter Longio – der uns zweimal in Deutschland besucht hat – ist in Rente. Der neu Schulleiter heißt Mwenda. Eine weitere Veränderung: Der Kirchenkreis Same-Mwanga wurde geteilt. Deswegen gibt es nun für dieses Gebiet nicht nur einen Bischof, sondern zwei Bischöfe. Der Bischof von Mwanga und sein Stellvertreter wohnen nun auf dem Schulgelände der Gehörlosenschule. Die Biogasanlage, die durch Spendengelder Spendengelder aus Deutschland gebaut werden konnte, läuft bereits. Jeden Tag wird dort Kuh- und Schweinemist eingefüllt. Dadurch entsteht später Gas, mit dem sie kochen können. So müssen die Schüler nicht mehr so viel Holz zum Kochen hacken und der Qualm vom Feuer ist auch nicht mehr da. Die Köchinnen müssen dort sonst eine Menge aushalten. Meine Augen haben manchmal sofort angefangen zu brennen und jucken… Vieles können wir uns hier gar nicht richtig vorstellen. Aber so geht es auch den Tansaniern, wenn sie etwas über Deutschland hören, z.B. Arbeitsalltag in Deutschland. Oft haben wir hier so viel zu tun, dass etliches liegen bleibt – auch privat. So schaffen wir es auch nicht immer, uns regelmäßig bei unserer Partnerschule zu melden. Das macht aber nichts, denn wir wissen voneinander! So gibt es Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und Vorträge halten. Es gibt Menschen, die für die Schulen in Eritrea und Tansania spenden. Und es gibt Menschen, die im (erweiterten) Vorstand der Gehörlosenmission mitarbeiten. Für jeden einzelnen sind die Schüler der Mwanga School for the Deaf sehr dankbar! Und wenn es für uns mal so knapp mit der Zeit wird, dass gar nichts mehr geht?!? Die Schüler der Mwanga School for the Deaf sind auch dankbar, wenn wir sie in unser Gebet aufnehmen. Wie schön, dass es solch eine Partnerschaft gibt! Angela Borss

wie die Kraft der Sonne das Leben verändert

Fast zwei Wochen lang gab es für die Schüler zunächst mal einiges zu staunen. Jeden Tag ab 6 Uhr in der Früh rückten die ehrenamtlich tätigen deutschen Techniker an, schleppten große Batterien, verlegten Kabel und Steckdosen, turnten auf den Dächern herum, installierten die Solaranlage und nahmen sich nebenbei auch noch die Zeit, mit den Kindern zu scherzen. Dann der große Moment: Die Stromleitung zum öffentlichen Netz wird unterbrochen, die Anlage in Betrieb genommen. Alles funktioniert: In jedem Gebäude gibt es Strom. 24 Stunden lang! Bei unserem Besuch in der Schule Mitte November haben wir nachgefragt, wie sich das Leben durch die Solaranlage verändert hat. Die 16-jährige Dawit Merhawi ist mehr als glücklich: „Jetzt kann ich abends fernsehschauen, im Bett noch lesen oder mich mit meinen Freunden unterhalten. Wenn wir früher nachts zur Toilette mussten, dann sind wir in der Dunkelheit oft gegen die Wand gelaufen – das ist jetzt vorbei“. Und Kibra Gherezghiher (13) freut sich ganz besonders über ihre eigene Lampe am Bett: „Ich kann abends noch lesen, ohne meine Zimmerkameraden, die vielleicht schon schlafen wollen, zu stören.“ Eine Nachttischlampe oder eine beleuchtete Toilette - was für uns Selbstverständlichkeiten sind, für die Kinder in der Gehörlosenschule sind es gerade solch kleine Dinge des täglichen Lebens, über die sie sich sehr freuen.

Solar-Strom fĂĽr Keren

Wenn es abends dunkel wird, dann mache ich in meiner Wohnung das Licht an. Später schaue ich Fernsehen oder unterhalte mich mit meinem Freund. Manchmal mache ich auf noch den Computer an und gehe ins Internet. Oder ich koche mir noch eine Kleinigkeit zum Abendessen. Das alles ist für mich selbstverständlich, denn ich brauche nur die Stromrechnung zu bezahlen und so habe ich Licht und Strom und eine heiße Herdplatte, wenn ich sie brauche.

Aber so ist es nicht an der Gehörlosenschule in Keren in Eritrea! Es gibt dort ein Stromnetz, aber es fällt oft plötzlich aus. Dann sitzen abends die gehörlosen Kinder im Dunklen und können sich nicht mehr unterhalten. Eine grausame Vorstellung. Alle sitzen alleine da und eine Kommunikation ist unmöglich. Sie können auch keine kleine Lampe am Bett anmachen und noch etwas lesen, wenn der Strom wieder ausfällt und zwischen den Gebäuden können sie nicht umhergehen, weil keine Lampen den holprigen Weg beleuchten. Und tagsüber können sie auch nicht sicher sein, dass der Stromherd funktioniert. Deshalb benutzen die Köchinnen in der Schule und im Internat Herde, die mit Holz beheizt werden. Das ist schlecht für die Umwelt und das Holz ist sehr teuer. Über 4000 € im Jahr gibt die Schule für Brennholz aus. Dazu muss der Direktor 6000 € für Strom bezahlen, obwohl der Strom oft nicht klappt.

Deshalb wünschen sich die gehörlosen Schüler und die Mitarbeiter eine Solaranlage. Sie wollen die Solaranlage auf den Dächern der Schule und des Internats installieren. Dann haben sie immer Strom, denn in Eritrea scheint an 318 Tagen im Jahr die Sonne und es lohnt sich, eine solche Anlage zu bauen. Aber sie ist teuer und ohne Hilfe aus Deutschland wird das ein Traum bleiben.

Als eine Gruppe Hörender und Gehörloser von der DAFEG in Asmara bei dem Jubiläum der Schule war, da sind sie auch nach Keren gefahren und haben überlegt, wie sie helfen können. Sie haben alles ausgemessen und Fotos gemacht.

Die Fotos hat der Chef einer Solarinstallations-Firma aus Bergkamen in Westfalen gesehen. Er hat gesagt: „Wenn durch Spenden das Geld für eine Solaranlage da ist, dann fahre ich mit meinen Mitarbeitern nach Keren und baue die Anlage kostenlos auf.“

Deshalb haben einige Menschen schon angefangen, Spenden zu sammeln. Es sind schon 25 000 € zusammengekommen. Aber das ist noch nicht genug.

Denn es muss nicht nur die Photovoltaikanlage auf die Dächer geschraubt werden. Es muss auch mehr als ein neuer Herd gekauft werden, der mit Strom funktioniert und neue Töpfe, die dazu passen. Dazu neue LED-Lampen, damit in Zukunft Energie gespart werden kann. Und die alten Stromleitungen müssen erneuert und ein Häuschen für den Stromspeicher gebaut werden.

Das kostet alles zusammen etwa 48 000€. Das ist viel Geld. Aber die Schule kann in Zukunft dadurch auch Geld sparen. Denn es muss kein Brennholz mehr teuer gekauft werden und auch keine Stromrechnung mehr bezahlt werden an den Stromanbieter. Denn mit der Solaranlage ist die Schule in Zukunft unabhängig und spart dazu 10.000€ im Jahr.

Außerdem können dann endlich die elektrischen Nähmaschinen benutzt werden, die in der Schule herumstehen. So können die Schüler mehr Kleidung und Kopfkissen nähen und mit dem Verkauf mehr Geld einnehmen.

Es gibt also viele gute Gründe, dass jeder die Gehörlosen in Keren unterstützt, damit ihr Traum von einer kostengünstigen Stromversorgung wahr wird.

Mach mit – Spendenaktion

Wir wollen mit einer besonderen Spendenaktion das Solarprojekt unterstĂĽtzen.

Wir wollen 10.000 € spenden. Das ist viel Geld. Aber wir haben 212 Gehörlosengemeinden in Deutschland. Wenn jede Gemeinde es schafft, mindestens 50 € zu spenden, dann sind das 212x 50 = 10.600€!!!

Aber die Spende soll nicht von dem Kollektengeld im Gottesdienst weggenommen werden. Denn dieses Geld brauchen wir, um die Schulen im Alltag zu unterstĂĽtzen. Also fĂĽr Essen und Schulmaterial und Kleidung usw.

Deshalb brauchen wir von Ihnen und Ihrer Gemeinde gute Ideen, um zusätzliches Geld zu sammeln. Genauso wie damals, als wir zusätzliches Geld für den Schulbus gesammelt haben.

Zum Beispiel kann Ihre Gehörlosengemeinde oder der Verein:

         - einen Trödelmarkt machen

         - eine Verlosung machen

         - beim Grillfest 50 Cent pro WĂĽrstchen spenden

         - eine Fotoaktion machen und die Fotos verkaufen

         - StadtfĂĽhrungen fĂĽr Gehörlose anbieten

         - Kuchen backen und verkaufen

Welche guten Ideen gibt es noch dazu?

Wir hoffen, dass viel Geld zusammenkommt. Damit alle Lust haben sich anzustrengen und die Köpfe voll guter Idden sind, können die Gemeinden schöne Preise gewinnen:

1. Preis: fĂĽr die Gemeinde, die das meiste Geld fĂĽr das Solarprojekt sammelt

2. Preis fĂĽr die Gemeinde, die die beste Idee hat, um Geld fĂĽr das Solarprojekt zu bekommen.

Was gibt es für Preise? Abwarten! In der nächsten Ausgabe von „Unsere Gemeinde“ werden die Preise vorgestellt.

Bis dahin können schon alle Leser sich gute Ideen ausdenken und anfangen Geld zu sammeln.

Wenn Sie eine gute Idee haben, dann schicken Sie die gute Idee an die Redaktion von „Unsere Gemeinde“. Dann werden wir darüber berichten.

Die Aktion geht jetzt los und bis zum 30. September 2016. Ob wir es schaffen, 10.000 € zusammen zu bekommen? Wir sind sehr gespannt.

 

Du musst viel schwitzen...

Besuch in Asmara zum „25-jährigen Geburtstag“

Essensausgabe am Festtag © Rolf Hörndlein
Ehemalige Schüler begegnen ihren Lehrern wieder. Außerdem auf dem Bild: Autor Rolf Hörndlein und die frühere Lehrerin Barbara Plümer
Gehörlose Schülerinnen in der neuen Uniform / Schulleiter Medhin Yohannes und Rolf Hörndlein pflanzen den Freundschaftsbaum / Aufführung der Schüler beim Festakt / Theaterszene: Eltern vermuten, dass ihr Kind gehörlos ist, beim Arzt bestätigt sich dieser Verdacht ... © Martin Zimmermann ________________________________

1988 wurden in Asmara zum ersten Mal gehörlose Kinder und Jugendliche unterrichtet. Die Schule in Asmara hatte also eigentlich schon 2013 ihren 25jährigen Geburtstag. Allerdings konnte erst jetzt, am 23. November 2015 dieser runde Geburtstaggefeiert werden. Der Schulleiter Medhin Yohannes hatte viel vorzubereiten und für diese Vorbereitung musste auch zuerst das Geld gesammelt werden. Deshalb konnte erst mit zweijähriges Verspätung dieses Jubiläum gefeiert werden. Dann aber war es so weit: 400 Gäste kamen zu dem Fest auf dem Hof der Schule. Natürlich waren auch alle gehörlosen Schüler und Schülerinnen der Schule dabei, dazu viele ehemalige Schüler und Eltern. Sogar der Sozialminister des Staates Eritrea war gekommen! Ebenfalls dabei: unsere Partner aus Finnland, die mit uns zusammen die Schulen in Asmara und Keren seit sechzig Jahren unterstützen. Nicht zu vergessen auch: Dr. Kramme von der Organisation ARCHEMED und Herr Zimmermann vom Eritrea-Hilfswerk- Deutschland – von beiden Seiten kommt ebenfalls viel Unterstützung für die Schulen in Asmara und Keren.

Während der Feier wurde zwar viel geredet, aber klar: Alles wurde auch in Gebärdensprache übersetzt. Dazu gab es: Gebärdenpoesie, in der die Fortschritte der Gehörlosen- und Gebärdenkultur gezeigt wurden. Auch die neun Völker (Ethnien) des Staates Eritrea wurden gezeigt, indem die jüngeren Kinder der Schule in der jeweils typischen Kleidung auf die Bühne kamen. Aufgeführt wurde auch ein Theaterstück ausschließlich in Gebärdensprache. Inhalt des Theaterstückes: eine Familie mit einem gehörlosen Kind verzweifelt zuerst, lernt dann aber die Gebärdensprache kennen und erkennt so, dass Gehörlosigkeit keine wirkliche Behinderung sein muss. Dazu noch viele andere Aufführungen mit viel Phantasie... zu keiner Zeit des Festes wurde es langweilig. Anschließend gab es noch ein Festessen (aber nicht übertrieben groß!) und jede Organisation, welche die Schule in der Vergangenheit unterstützte und bis jetzt hilft, pflanzte auf dem Schulgelände einen kleinen Baum. So steht jetzt auch ein DAFEG-Baum auf dem Schulhof in Asmara. Verbunden mit diesem Baum ist die Vorstellung, dass die Partnerschaft und die Freundschaft zwischen eritreischen und deutschen Gehörlosen (und Hörenden) weiterhin bestehen bleibt und natürlich auch wachsen soll.

So war die Jubiläumsfeier zum 25- (jetzt schon 27) jährigen Bestehen der Schule nicht nur schön, sondern auch wichtig. Wichtig, weil wir nur durch die Begegnungen und Gespräche verstehen, was die Hoffungen und Sorgen unserer Freunde sind. Die Schule soll auch die nächsten 25 Jahre bestehen bleiben und -wenn möglich!- wachsen. Das ist aber nicht leicht. Wir haben selber erleben können, dass das Essen und alle anderen Dinge des Alltags inzwischen genauso teuer geworden sind wie in unserem eigenen Land.

Wir müssten eigentlich jedes Jahr mehr Geld sammeln, damit die gehörlosen Schüler und Schülerinnen wenigstens genug zum Leben haben. Auch für die Lehrer und Lehrerinnen ist das Leben sehr hart. Immer noch verdient ein Lehrer zwischen 40 und 80 Euro im Monat. Damit kann man auch in Eritrea nicht überleben. Auch diese Eindrücke haben wir mit nach Deutschland mitgenommen, und wir hoffen, dass wir genügend andere Menschen – gehörlos wie hörende – finden, die diese Erlebnisse und Eindrücke teilen und mittragen.
ROLF HĂ–RNDLEIN

Kirche in Eritrea setzt auf deutsches Dialogangebot

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd MĂĽller zu Besuch in Eritrea

Frankfurt a.M. (epd). Zur Verbesserung der Menschenrechtslage in Eritrea setzt die katholische Kirche in dem ostafrikanischen Land auf die Hilfe Deutschlands. Dies sei die Hoffnung, die ihm aus Kirchenkreisen in Eritrea für das kommende Jahr vermittelt werde, sagte der Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Martin Bröckelmann-Simon, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das deutsche Angebot des Dialogs an die Regierung des abgeschotteten Landes werde als Chance begrüßt.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) reiste Mitte Dezember als erster deutscher Spitzenpolitiker seit 20 Jahren zu Gesprächen mit der eritreischen Regierung nach Asmara. Dabei schlug er das Ausloten einer möglichen künftigen Zusammenarbeit vor, machte aber ein Entgegenkommen Eritreas bei Grundfreiheiten und Wahrung der Menschenrechte zur Bedingung. Kritisch angesprochen wurde auch der faktisch unbefristete Militär- und Arbeitsdienst, der als einer der Hauptfluchtgründe für junge Eritreer gilt. Schätzungsweise 5.000 Eritreer fliehen monatlich aus ihrer Heimat, aus dem Land stammen die meisten der afrikanischen Flüchtlinge in Deutschland.

»Die Hoffnung, die die Kirche an den Besuch Müllers knüpft, ist, dass die Abschottung durchbrochen werden kann«, sagte Bröckelmann-Simon, der den Entwicklungsminister auf der Reise begleitete. »Die jahrelange Isolation Eritreas hat nichts gebracht.« Sie habe die Regierung in Asmara nicht zu einem anderen Menschenrechtskurs bewegt. Zudem brauche die Bevölkerung Unterstützung. Eritrea zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. »Jetzt ist es durchaus richtig, es mit Dialog zu versuchen.«

Allerdings mache auch die katholische Kirche vor Ort deutlich, dass dies nicht bedingungslos sein dürfe. »Es muss eine Sollbruchstelle geben«, erklärte Bröckelmann-Simon. »Wir dürfen nicht unsere Werte verkaufen, um eine Kooperation in der Flüchtlingsfrage zu erzielen. Die Lebensbedingungen in Eritrea müssen sich spürbar verbessern.«

Christen und Muslime machen in Eritrea jeweils etwa die Hälfte der Gläubigen aus. Sowohl die muslimische als auch die orthodoxe Glaubensgemeinschaft, der die meisten Christen angehören, werden laut Bröckelmann-Simon vom Staat unterstützt. Die katholische Kirche lehnt dies ab, ihre Entwicklungsarbeit wird nach Einschätzung des Misereor-Geschäftsführers »zähneknirschend geduldet«. Sie gilt als einziges Sprachrohr der Bevölkerung. Ihr gehören rund 165.000 Gläubige an, etwa drei Prozent der gut fünf Millionen Eritreer. Die evangelisch-lutherische Kirche hat nur etwa 18.000 Mitglieder. Andere Kirchen sind nicht geduldet, Religionsfreiheit gibt es nicht.

»Eine Öffnung Eritreas würde auch der Kirche spürbar zugutekommen«, betont Bröckelmann-Simon. »Die Weltkirche lebt davon, dass man sich austauscht. Dass man sich besucht, um sich besser zu verstehen, und dass man sich gegenseitig unterstützt.«

epd-Gespräch: Silvia Vogt

Schenken - ganz anders als bei uns - z.B. in Tansania

Fotos: A. Borss

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da war meine Kollegin aus Tansania, Frau Dengera, zu Besuch in Deutschland. Drei Wochen hat sie hier die Adventszeit erlebt. Ihr Strahlen im Gesicht, wenn wir bei Weihnachtsmarkteröffnungen waren, werde ich nie vergessen. Man konnte ihre Freude sehen, obwohl sie bestimmt auch sehr gefroren hat. Anschließend hat sie immer zu mir gesagt: „Du musst in Tansania Advent und Weihnachten sehr vermisst haben!“
Ich frage mich selbst: Habe ich das???

In Tansania ist alles anders. Es gibt keine gemütliche Kerzenstimmung, weil der Strom oft genug weg ist und man dann immer Kerzen braucht... Es gibt keine deutschen Weihnachts­plätzchen. In Mwanga kannten die Kinder keinen Weihnachtsmann, weil sich die Menschen zu Weihnachten nicht viel schenken können. Wenn etwas verschenkt wird, dann sind das Lebensmittel wie Zucker oder Mehl. So ist es auch, wenn ein Kind geboren wird oder ein Mensch stirbt.

Viele Kinder wissen gar nicht, wann sie Geburtstag haben, weil der Geburtstag
nicht gefeiert wird. Und wenn er doch gefeiert wird, dann gibt es meist keine Geschenke, sondern es wird zusammen gegessen. Bei einer Hochzeitsfeier ist es etwas anders. Dort gibt es Geschenke, die schön verpackt sind. Als ich bei einer Hochzeitsfeier eingeladen war, musste ich erst einmal nach einem passenden Geschenk fragen. Mir wurde gesagt: Tassen, Teller, Gläser, eine Wanduhr, und so weiter ... Auch hierbei sind es keine „Unterhaltungsgeschenke“.

Nein, ich habe die deutsche Advents- und Weihnachtszeit nicht vermisst, denn oft wird durch die vielen Geschenke der eigentliche Grund vergessen. Und in Tansania habe ich von den Menschen dort trotzdem viel geschenkt bekommen. Um ein paar Beispiele zu nennen: Sie hatten Zeit fĂĽr mich, haben sich gefreut, wenn ich sie besucht habe und haben ihr Essen mit mir geteilt.

Trotzdem habe ich im Sommer den Schülern der Mwanga School for the Deaf (Mwanga Gehörlosenschule) richtige Geschenke gemacht. Ich habe dank der Spenden jedem Schüler ein genähtes Etui mit Namen schenken können. Ja, sie hätten auch gut Zucker und Mehl für die Schule brauchen können. Aber dieses Geschenk war für jedes Kind so etwas Besonderes, dass das Leuchten in den Augen noch viele Tage zu sehen war. Durch die Spenden an die Gehörlosenmission haben viele Menschen dieses besondere Geschenk möglich gemacht und dafür möchten wir uns bei Ihnen bedanken!!!

ANGELA BORSS

School of Deaf Celebrates 25th Anniversary

The Asmara School of the Deaf celebrated its 25 years of establishment on November 22nd. The celebrations were embellished with a musical performance by the students of the school and an exhibition that depicted the 25 years long journey traversed by the institution. Distinguished guests from inside the country and abroad, including the Minister of Education, Mr. Semere Russom, attended the Silver Jubilee of the school's establishment. read more ...

Asmara School of Deaf celebrates 25th anniversary

Asmara 24 November 2015 - The Asmara School of the Deaf celebrated its 25 years of establishment on November 22nd.

 

The celebrations were embellished with a musical performance by the students of the school and an exhibition that depicted the 25 years long journey traversed by the institution.  Distinguished guests from inside the country and abroad, including the Minister of Education, Mr. Semere Russom, attended the Silver Jubilee of the school’s establishment.

Mr. Medhin Yohannes, Director of the School, underlined that the core mission of the school is to ensure and enhance educational opportunities for children with hearing disabilities from all over the country and to enable them to become productive citizens.   In this spirit, the school has graduated over 200 students in painting and other vocational skills in the past few years.

The Asmara School of Deaf also provides sign-language training to parents of the handicapped in order to help them improve their communication with their children.

Abschied von Detlef Gersmann

Artikel aus UG 11/2015

Wie P.A.U.L. in Eritrea helfen kann

Schulleiter am Wassertank

Normalerweise ist Paul ein Name. So kennen wir das Wort. Aber an der Gehörlosenschule in Asmara hat das Wort PAUL eine andere Bedeutung. Es ist eine Abkürzung für „Portable Aqua Unit for Lifesaving“, das heißt übersetzt „tragbares Gerät zur Wasseraufbereitung“.

Mit einem PAUL kann man unsauberes Wasser in Trinkwasser verwandeln. In afrikanischen Ländern ist das sehr wichtig, weil es dort nicht überall sauberes Wasser gibt. Auch in Asmara fehlt sauberes Wasser. Lange Zeit musste der Schulleiter Methin Yohannes Wasser teuer in Behältern kaufen, damit die Kinder und Mitarbeiter genug zu Trinken haben.

Jetzt hat ein Freund der Gehörlosen der Schule ein Wasseraufbereitungsgerät geschenkt. So können alle Schüler kostenlos sauberes Wasser trinken. Der Schulleiter (auf dem Bild in der Mitte) ist sehr glücklich darüber. Denn weil er kein Geld mehr für teures, gekauftes Wasser ausgeben muss, kann er damit andere Dinge kaufen, die in der Schule benötigt werden.

Wie funktioniert PAUL? Die Fotos zeigen den weißen Regenwassertank der Schule. Dieses Wasser wurde bisher zum Pflanzen gießen und zum Putzen verwendet. Mit einem Rohr und einem Schlauch wurde der blaue PAUL am Wassertank angeschlossen. Das Wasser aus dem Tank fließt in den PAUL. Im PAUL ist ein ganz feines Sieb, ein Membranfilter. Damit werden die Schadstoffe, Krankheitserreger und Bakterien herausgefiltert. Danach kann man aus einem Wasserhahn vorne am PAUL das saubere Wasser bekommen. Mit einem einzigen Gerät können über 1000 Liter Wasser am Tag aufbereitet (sauber gemacht) werden.

Das Gerät wurde an der Universität in Kassel erfunden. Die Forscher haben für diese gute Idee schon verschiedene Preise gewonnen. Weil man PAUL herumtragen kann, werden diese Geräte in verschiedenen Teiles Afrikas eingesetzt und helfen vielen Menschen auf einfache Art zu frischem Wasser.

Ich finde PAUL toll. Das Gerät ist nicht groĂź und es ist leicht zu begreifen, wie es funktioniert. Man braucht dafĂĽr kein Studium. Man braucht auch keine Chemie, um unsauberes Wasser in Trinkwasser zu verwandeln. Wenn ich heute meinen Wasserhahn aufdrehe, um ein Glas Wasser zu trinken, dann werde ich an die SchĂĽlerinnen und SchĂĽler in Asmara denken, die jetzt auch kostenlos frisches Wasser haben. Und ich werde dankbar sein, dass die Wasserversorgung hier in Deutschland gut klappt. MONIKA GREIER

Post aus Eritrea

Wieder hat uns ein Brief aus Eritrea erreicht. Viel SpaĂź beim Lesen!

Mein Name ist Capital Matherwos. Ich bin 14 Jahre alt. Als ich noch ein Baby war, wurde ich krank und bekam hohes Fieber. Man hat mir gesagt, dass ich danach nicht mehr gut hörte. Mit 4 Jahren hatte ich Meningitis, danach war ich völlig taub. Deshalb kam ich in eine Tagesklasse für Hörgeschädigte an der Schule in Asmara.

An meiner Schule sind die meisten Schüler taub, manche Mitschüler sprechen auch ein bisschen. Ich arbeite hart an mir, um gut lesen und schreiben zu können und übe auch Artikulation und vom Mund ablesen. Wenn ich nach Hause gehe, dann habe ich alte, schon benutzte Hörgeräte am Ohr. Sie helfen mir, Geräusche zu hören. Zum Beispiel von heranfahrenden Autos, so dass mir kein Unfall passiert. Sonntags besuche ich in einer kleinen Kirche den Gehörlosengottesdienst für alle Tauben in und um Asmara. Wir mögen besonders die Gebärdenlieder im Gottesdienst.

Einige Mitschüler in meiner Klasse sprechen auch, sie kommunizieren in der Lautsprache mit hörenden Menschen und unseren Lehrern und auch untereinander. Meine Familie ist auch hörend, aber meine Eltern haben einige Gebärden gelernt. Sie versuchen, sie zuhause zu benutzen, aber oft sprechen sie mich auch mit Lautsprache an und ich antworte ihnen auch mit Worten. Wenn wir unterwegs sind oder einen Film ansehen, dann erklärt mir meine Mutter mit der Hilfe von Gebärdensprache, um was es geht. Einen Teil muss ich ihr dabei aber auch von den Lippen ablesen, aber mit der Mischung aus Gebärden und Ablesen verstehe ich auch alles.

In der Schule ist mein Lieblingsfach Kunst und auch in meiner Freizeit zeichne ich gerne. Das möchte ich auch in Zukunft gerne machen: Am liebsten wäre ich ein berühmter Künstler mit einem eigenen Atelier. Dann würde ich eine Kunstausstellung über Umweltschutz und die Bewahrung der Bäume und Pflanzen machen.

Post aus Eritrea

60 Jahre Finnische Gehörlosenmission

Jaana Aaltonen, stellvertretendene Leiterin der Gehörlosenmission, und Almaz Mulugheta aus Norwegen

Die Finnische Gehörlosenmission feierte am letzten Wochenende im März ihr 60jähriges Bestehen. Hier ein kleiner Bericht von Almaz:

"Die finnische Gehörlosenmission feierte ihren 60. Geburtstag. Ich war zum einen als ihr früherer Missionar aber auch als Repräsentant der norwegischen Gehörlosenkirche eingeladen. Auf dem einen Bild seht ihr Jaana Aaltonen, Leiterin des Finnischen Gehörlosenverbandes und stellvertretendene Leiterin der Gehörlosenmission."

 

Mehr Infos dazu unter www.kuurojenlahetys.fi

Mit 5 Sprachen durch Hamburg

Besuch in Hamburg

Amina Dengera
aus Tansania
zu Besuch in der Hansestadt

Bei ihrer Deutschlandrundreise November-Dezember 2014 kamen Amina Dengera (Lehrerin an der Gehörlosenschule in Mwanga/Tansania) und Angela Borß (Lehrerin aus Braunschweig) auch nach Hamburg. Wir hatten für die beiden ein umfangreiches Programm geplant. Wichtigster Programmpunkt: Besichtigung der Elbschule, eine der modernsten Gehörlosenschulen in Europa. Vor Schülern der 6. und 7. Klasse hielten die Gäste einen Vortrag über das Leben und die Schule in Mwanga. Die Schüler haben interessiert nachgefragt und einige tansanische Gebärden gelernt.

Gleich zweimal waren wir beim Gehörlosenverband Hamburg zu Gast: Der Geschäftsführer Thomas Worseck berichtete über die Verbandsarbeit, die Beratungsaufgaben und die politische Arbeit; am anderen Tag fand im Clubheim vor vielen Teilnehmern der Vortrag von Frau Dengera und Frau Borß statt. Diese Sprachen wurden benutzt: Kisuahili, Lautsprachbegleitende Gebärden und Deutsche Gebärdensprache. Auch eine weitere Beratungsstelle für Gehörlose lernten unsere Gäste kennen: das Theodor-Wenzel-Haus, in dem hörende und gehörlose Mitarbeiter im Team arbeiten.

Auch kulturell hatte Hamburg unseren Gästen einiges zu bieten. Wilfried Hömig, Vorsitzender des Gemeindevorstandes der Gehörlosengemeinde Hamburg, führte uns durch den Michel, die Krameramtsstuben und zum Hafen. Am nächsten Tag waren wir zu einer Andacht im Ökumenischen Forum HafenCity; die kleine Kapelle dort wird von Kirchen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen benutzt. Und wir haben 2 Ausstellungen angeschaut: „Dialog im Stillen“ und die Afrika-Abteilung im Museum für Völkerkunde. In unseren Gesprächen zwischendurch haben wir Englisch gesprochen.

Es waren insgesamt 5 intensive Tage, an denen wir 5 verschiedene Sprachen benutzt haben – eine schöne Begegnung der verschiedenen Kulturen!

SYSTA EHM (Gehörlosenseelsorgerin in Hamburg)

Missionskonferenz Afrika in Hannover

Besuch bei der Missionkonferenz
Angela BorĂź und Amina Dengera

Vom  22. / 23. November trafen sich gehörlose Delegierte aus verschiedenen Landeskirchen in Hannover. Ihre Aufgabe ist, die neusten Infos aus Afrika zu erfahren und dann zu Hause in der eigenen Gehörlosengemeinde weiter zu erzählen, zu gebärden.

Angela Borß, Gehörlosenlehrerin in Braunschweig, hat ein Jahr an der Schule in Mwanga/ Tansania gearbeitet. Dort hat ihre afrikanische Kollegin Amina Dengera sie begleitet. Beide waren jetzt in Hannover (Bild unten) und haben sehr interessant vom Schulalltag in Tansania erzählt.

Der Tag in der Schule beginnt schon sehr früh, nach dem Aufstehen müssen die Schüler arbeiten: Räume putzen, Tiere im Stall versorgen und Wasser aus dem Brunnen mit Eimern holen. Danach geht es zum Schulappell (Morgensport und Nationalhymne gebärden), dann zum Gottesdienst. Erst danach ist Schulunterricht. Der Unterricht ist anders als in Deutschland, weil nur wenig Unterrichtsmaterial da ist. Die Lehrer unterrichten in tansanischer Gebärdensprache. Beide Lehrerinnen haben viel voneinander gelernt. Besonders Angela Borß mußte erst Kiswahili und tansanische Gebärdensprache lernen.

Nach der Schule haben die SchĂĽler wenig Freizeit. In der Freizeit mĂĽssen die SchĂĽler arbeiten. Den Schulgarten pflegen, Wasser aus dem Brunnen holen, Hausaufgaben machen, Lernen oder Handarbeiten. FĂĽr Spielen ist wenig Zeit da.

Mit  den sehr alten und reparaturbedĂĽrftigen Computern können sie nur selten arbeiten, weil Strom fehlt oder keine Internetverbindung da ist. Trotzdem sind die SchĂĽler glĂĽcklich und stolz, das sie zur Schule gehen dĂĽrfen. Nach dem Schulabschluss können die SchĂĽler die Berufe: Nähen, Weben und Schreinern lernen. Leider bekommen viele keinen Arbeitsplatz und die Arbeitslosigkeit ist groĂź. Der Gehörlosenverband Chavita unterstĂĽtzt und hilft den Gehörlosen. Chavita hat auch ein eigenes Gebärdensprachbuch entwickelt.

FĂĽr die gehörlosen Delegierten, die noch nie in Afrika waren. ist es nicht einfach. sich vorzustellen, dass  manchmal kein Wasser oder Strom da ist und man nicht so einfach von einem Dorf wie Mwanga in die nächste Stadt Moshi fahren kann.

Wir sehen: In Deutschland geht es uns sehr gut, wir haben alles, was wir brauchen. Deshalb sollten wir von unserem Glück etwas abgeben und an die Gehörlosenmission Afrika spenden, damit die gehörlosen Kinder und Jugendlichen eine glückliche und schöne Schulzeit haben.

ULLA BARTELS (gehörloses Mitglied der Missionsleitung)

Keren School for the Deaf needs help to expand to a secondary school

ERiTV Eritrea : NEWS
Keren's School for the deaf so far has enrolled 650 students and helped them re-ingratiate into society, however, the due to the school's limited financial capacity, it only accepted only 92 students out of 292. The school is also trying to expand from an only primary institution to a secondary school in order to provide equal educational opportunities for deaf students.
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Website: http://www.shabait.com

© 2014 Eritrea Ministry of Information

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